26. Oktober 2026
Dom und Bastion Cleve – zwei Zeugen Magdeburger Geschichte

Am südlichen Ende des Fürstenwalls treffen zwei Epochen Magdeburger Geschichte aufeinander: der Dom, das Wahrzeichen der Stadt, und die Bastion Cleve, der letzte sichtbare Rest der einstigen Festung. Zwischen beiden liegen nur wenige Schritte – und fast achthundert Jahre.
Der Dom: die erste gotische Kathedrale auf deutschem Boden
Der Dom St. Mauritius und St. Katharina ist das Wahrzeichen Magdeburgs und der größte Sakralbau Mitteldeutschlands. Ab 1209 als Kathedrale des Erzbistums Magdeburg errichtet, wurde er 1363 geweiht und 1520 vollendet – die erste von Anfang an gotisch konzipierte Kathedrale auf deutschem Boden.
Eine erste Kathedrale zerstörte der Stadtbrand von 1207; ihre Wurzeln reichen bis zur Klostergründung des Jahres 937 zurück. Der Dom ist Grabkirche Ottos des Großen und seiner ersten Gemahlin Editha und wurde nach schweren Schäden durch die Luftangriffe von 1944/1945 im Jahr 1955 wieder eröffnet.
Die Bastion Cleve: Festungsbau vom Mittelalter bis Preußen
Die Bastion Cleve bildet den südöstlichen Abschluss der ehemaligen Festung Magdeburg. Die erhaltenen Reste liegen oberhalb des linken Elbufers am südlichen Ende des Fürstenwalls, südöstlich des Doms. Zentrales Element ist der mittelalterliche Wehrturm Cleve, der später in die barocke Bastion einbezogen wurde.
1536 entstand das Rondell Gebhart, zwischen 1540 und 1541 folgte eine zweigeschossige Bastei mit Barbakane. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage bis 1631 nach Süden erweitert; der Name Gebhart ist für 1632 durch Otto von Guericke überliefert. Ab 1709 zum Rondell Cleve verstärkt, entstand zwischen 1713 und 1725 die vorgelagerte detachierte Bastion unter Gouverneur Leopold I. von Anhalt-Dessau. Eine Randnotiz: 1843 eröffnete Carl Robolsky hier das erste fotografische Atelier Magdeburgs.